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Lampenfieber bei Präsentationen und meetings- was wirklich hilft

  • an15120
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Steffen kennt jede Schraube.

Wirklich. Jede. Seit einem Jahr verantwortet er die Modernisierung einer Verpackungsanlage. Neue Steuerungssoftware, KI-gestützte Fehlerdiagnose, Automatisierung der Produktionslinien. Er weiß, wo es hakt, warum es hakt und wie es aufgehört hat zu haken.

Heute Nachmittag wird er in einem Statusmeeting vor dem Management-Board die Ereignisse der letzten Wochen zusammenfassen. Zwanzig Minuten für all die Fortschritte, Rückschritte und Diskussionen mit Dienstleistern und den Kollegen an der Maschine. Das ist viel zu wenig Zeit, denkt er —

und seine Hände werden kalt. „Mach Atemübungen!", schlägt die Kollegin vor. Es hilft nicht, sein Herz schlägt schneller als ihm lieb ist. „Was soll schon schiefgehen?" macht ein anderer Mut, doch er liest zum dritten Mal die erste Folie.

Wie werde ich Lampenfieber los? — eine der meistgestellten Fragen an mich als Keynote-Retterin und Präsentationscoach.

„Es ist normal", sage ich Steffen. „Dein vegetatives Nervensystem macht, was es muss. Seit Jahrtausenden schon."

Steffen ist Ingenieur, er funktioniert über Kognition, Logik und Verstand. Ich bediene das auch, wenn ich weiß, dass er gerade im Alarmzustand ist. „Es ist das Adrenalin, es flutet deinen Körper. Herzschlag rauf, mehr Sauerstoff ins Gehirn, Muskeln bereit. Dein Körper glaubt, er steht vor einer Bedrohung — und bereitet dich darauf vor, zu performen. Wacher. Klarer. Konzentrierter." „Das ist gut!"

Mein Tipp Nr. 1: Akzeptiere es.Lampenfieber ist eine natürliche Reaktion des Nervensystems. Wir alle haben das. Sag: Willkommen, Lampenfieber — danke, dass du mich konzentriert halten wirst.

Mein Tipp Nr. 2: Sprich nur über das, was du wirklich weißt. In dem Umfang, in dem du dich sicher fühlst. Prüfe, ob eine Information interessant und gleichzeitig auch relevant ist für dieses Management-Board. Kein Thema überdehnen, keine Details, keine Lücken überspielen. Das Publikum merkt das Dehnen — die Lücke merkt es nicht.

Mein Tipp Nr. 3: Prüfe, ob du eine Struktur hast.Wähle eine einfache. Zum Beispiel: Anfang, Mitte, Ende. Wer weiß, wie seine Geschichte anfängt und wo sie endet, hat etwas, woran er sich festhalten kann. Das ist Handwerk und dein Gerüst.

Lampenfieber ist ein guter Begleiter — wenn man gelernt hat, mit ihm zu arbeiten. Was dabei hilft, ist so individuell wie jeder von uns. Und doch gibt es Techniken, die zusammengenommen einen Unterschied machen. Wer die kennenlernen will, fragt mich gern.

 
 
 

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